Süsses oder Saures, heute ist Halloween

In den letzten Jahren hat sich eine unnötige Tradition in Deutschland breit gemacht: Halloween! Kinder und auch Erwachsene verkleiden sich zu diesem Anlass, setzen hässliche Masken auf, schmieren sich Kunstblut ins Gesicht und klingeln an den Türen wildfremder Menschen.

Heute ist es wieder so weit, die Welt feiert Halloween. Süßes oder Saures finde ich weder süß noch besonders gruselig. Es werden kiloweise Süßigkeiten verschenkt, billige Halloween Kostüme verkauft und Kürbisse verunstaltet. Wer bei diesem Spaß nicht mitmacht, findet am nächsten Tag faule Eier an der Hausfassade, Zahnpasta im Postkasten, meterweise Klopapier verstreut oder gar der Vorgarten verwüstetet. Der Handel verdient sich mit Halloween-Zubehör eine goldene Nase und am nächsten Tag wird alles vernichtet. Ein Musterbeispiel für eine konsumgeile Wegwerfgesellschaft.

Wie so vieles andere ist Halloween eine Tradition, die wir von den Amerikanern geklaut haben. Vor 10 Jahren hat bei uns noch niemand Halloween gefeiert und jetzt tun alle so, als ob es nicht mehr ohne geht. Was kommt als Nächstes vom Atlantik herübergeschwappt? Dabei weiß fast niemand, woher Halloween überhaupt kommt. Der Brauch kommt aus dem katholischen Irland und wurde von irischen Einwanderern gepflegt. In den USA wird der Tag mit Mottopartys, gruseligen Dekorationen und Süßigkeiten sammeln, gefeiert. Schon Tage vorher verwandeln Amerikaner ihre Häuser und Vorgärten in schaurige Landschaften mit künstlichen Spinnweben, Grabsteinen, Skeletten und beleuchtete Kürbisse.

Letztes Jahr, es klingelt an der Haustüre. Gehe raus an die Gartentüre – natürlich mit Emmi unserer Hündin. Emmi äußert sich sehr laut bellend und ich sage zu den Kinder „nehmt besser eure Masken ab“. Hervor kommen ziemlich eingeschüchterte Kindergesichter. Das Ergebnis: Emmi ruhig, Kinder bedröppelt, weil sie ja nicht mehr gruselig aussehen. Süßigkeiten gab es trotzdem, bin aber gespannt, ob ich dieses Jahr meine Ruhe habe.